Welche Werte erhebt der Arzt?

Kaliumkonzentration

Ein Arzt kontrolliert Werte auf einem Datenblatt

Wenn Ihr Arzt aufgrund Ihrer Krankheitsgeschichte eine Hyperkaliämie vermutet, bestimmt er meistens zunächst die Kaliumkonzentration im Blut und bei Bedarf Ihren Herzrhythmus (siehe unten). Dazu nimmt er Ihnen Blut ab, das im Labor analysiert wird. Wenn erhöhte Kaliumwerte festgestellt werden, kann es nötig sein, zur Sicherheit eine zweite Blutprobe zu untersuchen.

Elektrokardiogramm (EKG)

Ein EKG misst die elektrischen Signale im Herzmuskel während des Herzschlages. Dazu klebt der Arzt Ihnen einige Elektroden auf die Haut, die über Kabel mit dem EKG-Gerät verbunden sind. Der Prozess ist schmerzlos. Bei einem gesunden Herzrhythmus ergeben diese elektrischen Signale ein charakteristisches Bild auf dem Bildschirm des EKG-Geräts. Abweichungen von diesem typischen Bild deuten darauf hin, dass der Herzmuskel nicht mehr in einem normalen Rhythmus pumpt beziehungsweise die Weiterleitung der elektrischen Signale gestört ist. Im Rahmen einer Hyperkaliämie kann es zu Veränderungen des Herzrhythmus kommen, die sich mit einem EKG feststellen lassen. Bei verändertem Herzrhythmus ist oft eine rasche Therapie zur Wiederherstellung eines normalen Herzschlages erforderlich (siehe Kapitel Welche Behandlungsmöglichkeiten gibt es?).

Weitere Werte

Darüber hinaus wird Ihr Arzt eventuell weitere Werte erheben, um die Ursache der Hyperkaliämie zu ermitteln. Dazu gehören zum Beispiel:

  • Kreatininwert: Kreatinin ist ein Stoffwechselprodukt, das relativ konstant über die Niere mit dem Urin ausgeschieden wird. Vom Normwert abweichende Kreatininkonzentrationen können auf eine gestörte Nierenfunktion hinweisen.
  • Säure-Basen-Status: Um die Möglichkeit einer Übersäuerung abzuklären, kann Ihr Arzt das Säure-Basen-Gleichgewicht im Blut untersuchen. Entscheidend ist dabei nicht nur der Säuregehalt (pH-Wert) Ihres Blutes, sondern auch die Konzentration bestimmter Puffersubstanzen (siehe auch Kapitel Azidose).
  • Kaliumkonzentration im Urin: Über den Kaliumgehalt im Urin und anhand des Vergleichs zu anderen Inhaltsstoffen im Urin (z. B. Kreatinin) kann Ihr Arzt abschätzen, wie gut Kalium in der Niere aus dem Blut herausfiltriert wird. Ärzte sprechen hierbei vom transtubulären Kaliumgradienten. Ein Wert des transtubulären Kaliumgradienten unterhalb von circa 6 lässt beispielsweise vermuten, dass die Ursache der Hyperkaliämie mit der Niere zu tun hat. Besonders niedrige Werte deuten auf eine Störung des Hormons Aldosteron hin (siehe auch Kapitel Bluthochdruck).

Spätere Kontrolluntersuchungen

In der Regel wird Ihr Arzt nach dem Beginn der Behandlung weitere Termine in regelmäßigen Abständen mit Ihnen vereinbaren. Diese Kontrolluntersuchungen sollten Sie unbedingt einhalten, damit Ihr Arzt auch im weiteren Verlauf Ihren Kaliumspiegel, Ihre Herzfunktion und bei Bedarf weitere Werte überprüfen kann. So kann er die Therapie anpassen, wenn die erreichten Werte nicht den Behandlungszielen entsprechen.


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