Azidose

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Bei einer Azidose handelt es sich um eine Störung des Säure-Basen-Gleichgewichts des Körpers. Der pH-Wert gibt an, wie sauer oder wie basisch eine Flüssigkeit ist. Je niedriger der pH-Wert ist, desto saurer ist die Flüssigkeit. Ein pH-Wert von 7 gilt als neutral (z. B. bei destilliertem Wasser).

Der Körper muss den pH-Wert des Blutes in einem sehr engen Bereich halten: Im Normalzustand liegt er zwischen 7,37 und 7,45. Fällt der pH-Wert des Blutes unter 7,37, spricht man von einer Azidose – also einem übermäßigen Säuregehalt im Blut.

Regulation des Säure-Basen-Gleichgewichts

Der Köper verfügt über zwei grundlegende Mechanismen zur Steuerung des Säuregehalts im Blut:

  • Regulation über die Atmung: Beim Ausatmen gibt die Lunge Kohlendioxid (CO2) aus dem Blut an die Außenluft ab. Da CO2 zu einer Senkung des pH-Werts im Blut beiträgt, kann der Körper durch das Abatmen von CO2 den pH-Wert nach Bedarf erhöhen.
  • Regulation über die Niere: Über die Ausscheidung von sauren beziehungsweise basischen Stoffen mit dem Urin kann die Niere ebenfalls den pH-Wert des Blutes beeinflussen. Der Effekt der Regulation über die Niere ist dabei etwas langsamer als über die Atmung.

Diese beiden Regulationsmechanismen ergänzen sich gegenseitig: Fällt einer von beiden aus, versucht der Körper den pH-Wert auf dem anderen Weg konstant zu halten. Dennoch kann es auch bei einer Störung eines der Mechanismen bereits zu einer Azidose kommen, beispielsweise wenn die Nierenfunktion infolge einer Niereninsuffizienz beeinträchtigt ist.

Folgen einer Azidose

Eine Azidose äußert sich durch den Drang, besonders tief einzuatmen. Sofern die Abatmung von CO2 noch funktioniert, kann der Körper auf diese Weise den pH-Wert wieder erhöhen. Bei länger andauernder Azidose können Betroffene zudem schläfrig und desorientiert wirken.

Gleichzeitig kann eine Azidose eine Hyperkaliämie auslösen. Denn bei einem niedrigen pH-Wert pumpt der Körper vermehrt Wasserstoffionen (H+) in die Zellen im Austausch von Kaliumionen, die ins Blut transportiert werden. So steigt zwar der pH-Wert im Blut, allerdings wird auch die Kaliumkonzentration im Blut gesteigert.

Wenn Sie bei sich oder bei einem Angehörigen die Anzeichen einer Azidose oder einer Hyperkaliämie bemerken, sollten Sie unverzüglich einen Arzt aufsuchen.


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